Was ist besser: Schiebetor oder Flügeltor?
Ob ein Schiebetor oder ein Flügeltor besser ist, entscheidet der Platz auf dem Grundstück. Das Schiebetor fährt zur Seite und braucht dort genügend freien Platz für den Rücklauf, denn das ganze Torblatt muss neben der Öffnung Platz finden. Das Flügeltor, auch Drehtor genannt, schwenkt auf und braucht den Raum vor oder hinter dem Tor.
| Kriterium | Schiebetor | Flügeltor |
|---|---|---|
| Platzbedarf | Seitlich, für den Rücklauf des Torblatts | Schwenkraum vor oder hinter dem Tor |
| Einfahrt mit Gefälle | Unproblematisch, das Tor bewegt sich quer | Steigt der Boden an, kann der Flügel aufsetzen |
| Breite Einfahrten | Gut geeignet, ein einziges Torblatt | Zwei Flügel, schwere Flügel belasten die Pfosten |
| Auto direkt hinter dem Tor | Möglich | Nur ausserhalb des Schwenkraums |
| Aufwand | Längeres Fundament, Führung, meist Antrieb | Zwei Pfosten mit Fundament, einfachere Mechanik |
Für kurze, steile Zufahrten und für Einfahrten, vor denen direkt das Trottoir liegt, ist das Schiebetor meist die bessere Wahl. Fehlt der seitliche Platz, weil die Einfahrt an eine Hausecke oder Grenze stösst, bleibt das Flügeltor.
Freitragend oder auf der Laufschiene: wie ein Schiebetor gebaut ist
Ein Schiebetor gibt es in zwei Bauarten. Das bodengeführte Schiebetor rollt auf einer Schiene, die quer durch die Einfahrt im Belag liegt. Das freitragende Schiebetor schwebt über der Einfahrt: Es wird nur neben der Einfahrt auf Rollen geführt und braucht keine Schiene im Boden, dafür ein entsprechend tragfähiges Fundament neben der Einfahrt.
Die freitragende Bauart hat den Vorteil, dass Laub, Kies, Schnee und Eis die Bahn des Tors nicht blockieren und der Belag der Einfahrt unangetastet bleibt. Die Schiene eines bodengeführten Tors muss sauber gehalten werden, dafür kommt das Tor mit weniger seitlichem Platz aus. Gefertigt werden Schiebetore aus Stahl, feuerverzinkt und pulverbeschichtet, oder aus Aluminium; die Füllung aus Staketen, Flachstahl, Lochblech oder Gitter richtet sich nach dem Metallzaun daneben.
Gartentor aus Metall: fertig kaufen oder anfertigen lassen?
Ein Gartentor aus Metall für den Fussweg zum Haus gibt es fertig im Baumarkt und im Onlinehandel, in festen Breiten und Höhen und mit Pfosten zum Einbetonieren. Passt die Öffnung zu einem Standardmass, ist der Boden eben und geht es um einen einfachen Zugang im Maschendraht- oder Stabgitterzaun, ist das fertige Gartentor eine vernünftige Lösung.
Die Anfertigung durch einen Fachbetrieb lohnt sich, wenn das Tor zwischen bestehende Mauerpfeiler passen muss, wenn der Weg ansteigt, wenn das Tor zu einem bestehenden Geländer oder Zaun gezeichnet werden soll oder wenn Briefkasten, Klingel, Türöffner und Schloss integriert werden. Ein breites Einfahrtstor und jedes Tor mit Antrieb gehören ohnehin in die Hand des Metallbauers, weil Gewicht, Fundament und Sicherheit zusammenspielen. Für verzierte, geschmiedete Tore an Altbauten ist die Kunstschlosserei für schmiedeeiserne Tore zuständig.
Wie breit sollte ein Einfahrtstor oder Gartentor sein?
Die Breite eines Tors richtet sich nach dem, was hindurch muss. Für den Personenzugang nennt eine Händlerübersicht eine lichte Breite von etwa 90 bis 120 cm (abgerufen im September 2026); damit kommen auch Kinderwagen, Velo und Kehrichtcontainer durch. Bei einem Einfahrtstor zählen die Breite des Fahrzeugs und vor allem der Winkel, in dem es von der Strasse einbiegt: Wer schräg einfährt, braucht deutlich mehr als die Fahrzeugbreite.
Die Höhe eines Tors orientiert sich am Zaun oder an der Mauer daneben. Der Fachbetrieb misst die lichte Öffnung zwischen Pfosten oder Pfeilern, das Gefälle quer und längs zur Einfahrt und den Platz für den Rücklauf oder den Schwenkbereich, bevor er Schiebetor oder Flügeltor vorschlägt.
Schiebetor elektrisch: Antrieb gleich einbauen oder nachrüsten
Ein elektrisches Schiebetor öffnet per Handsender, Codetaster oder Gegensprechanlage, ohne dass jemand aussteigen muss. Der Antrieb sitzt beim Schiebetor neben der Einfahrt und bewegt das Torblatt seitlich. Dazu gehören Sicherheitseinrichtungen, die das Tor stoppen, wenn sich eine Person oder ein Fahrzeug in der Bahn befindet, und eine Notentriegelung für den Stromausfall.
Für einen Antrieb braucht es einen Stromanschluss an der Einfahrt. Wird das Tor neu gebaut, legt man das Leerrohr gleich mit ins Fundament, auch wenn der Antrieb erst später kommt. Ein bestehendes Tor lässt sich nachrüsten, wenn es leicht läuft und stabil genug ist; bei Flügeltoren sitzen die Antriebe an den Flügeln oder im Boden unter dem Drehpunkt.
Was kostet ein Schiebetor oder Hoftor mit Einbau?
Für ein eingebautes Schiebetor oder Hoftor nach Mass gibt es in der Schweiz keine öffentliche Preisübersicht. Verlässlich ist nur die Offerte nach einer Besichtigung, denn bei Toren machen Fundament und Antrieb oft einen ebenso grossen Teil aus wie das Torblatt. Diese Punkte bestimmen den Preis und sollten in der Offerte einzeln stehen:
- Bauart und Breite: Schiebetor freitragend oder bodengeführt, Flügeltor ein- oder zweiflügelig
- Material, Füllung und Oberfläche des Torblatts
- Pfosten und Fundamente, inklusive Aushub und Wiederherstellen des Belags
- Antrieb, Steuerung, Handsender und Sicherheitseinrichtungen
- Stromzuleitung zur Einfahrt
- Schloss, Türöffner, Gegensprechanlage, Briefkasten
- Demontage und Entsorgung eines alten Tors
Stundenansätze und Richtpreise verwandter Arbeiten, etwa für Zäune pro Laufmeter, stehen im Ratgeber Metallbau-Kosten.
Braucht ein Einfahrtstor im Kanton Zürich eine Baubewilligung?
Für Tore nennt die Bauverfahrensverordnung des Kantons Zürich (BVV) keine eigene Regel; sie regelt Mauern und Einfriedigungen, zu denen ein Tor in der Regel gehört. Bewilligungsfrei sind danach offene Einfriedigungen sowie Mauern und geschlossene Einfriedigungen bis 0,8 m Höhe. Mauern und geschlossene Einfriedigungen bis 1,5 m Höhe laufen im Anzeigeverfahren mit 30 Tagen Behandlungsfrist.
Ob ein Tor mit Staketen als offen und eines mit Blechfüllung als geschlossen gilt und wie Pfeiler und Sockel zählen, klärt das Bauamt der Gemeinde. Dort ist auch zu erfahren, welche Abstände und Sichtweiten an der Strasse gelten. In Kernzonen und bei inventarisierten Liegenschaften lohnt sich die Anfrage beim Bauamt, bevor das Tor gezeichnet wird. Die Verfahren im Überblick zeigt der Ratgeber Baubewilligung im Kanton Zürich für Zaun, Tor und Vordach.
Quellen: [1]
Schiebetor: Teilleistungen
- Schiebetor freitragend — Torblatt ohne Bodenschiene, neben der Einfahrt auf Rollen geführt.
- Schiebetor bodengeführt — Torblatt auf Laufschiene, für Einfahrten mit wenig seitlichem Platz.
- Flügeltor für die Einfahrt — Ein- oder zweiflügeliges Einfahrtstor an Pfosten oder Mauerpfeilern.
- Gartentor und Gartentür — Personenzugang aus Metall, passend zu Zaun, Geländer oder Mauer.
- Torantrieb — Antrieb, Steuerung und Sicherheitseinrichtungen, neu oder nachgerüstet.
Häufige Fragen zu Schiebetor
Welche Alternativen gibt es zu einem Schiebetor?
Die nächstliegende Alternative zum Schiebetor ist das Flügeltor mit einem oder zwei Flügeln, das statt seitlichem Platz einen Schwenkraum braucht. Für sehr enge Verhältnisse gibt es Falttore, deren Flügel sich beim Öffnen zusammenlegen, und für reine Zufahrtskontrolle ohne Einfriedung Schranken oder versenkbare Poller. Welche Lösung passt, hängt vom Platz neben und hinter der Einfahrt ab.
Wie tief muss das Fundament für ein Gartentor sein?
Das Fundament für ein Gartentor muss so tief reichen, dass der Frost es nicht anhebt, und so gross sein, dass der Pfosten das Gewicht des offenen Flügels trägt, ohne sich zu neigen. Die nötige Tiefe und Grösse hängen vom Boden, vom Torgewicht und von der Flügelbreite ab; der Fachbetrieb legt sie für das konkrete Tor fest. Bei einem Schiebetor kommt ein durchgehendes Fundament für Führung und Antrieb dazu.
Wie hoch sollte ein Einfahrtstor sein?
Ein Einfahrtstor wird in der Regel so hoch gebaut wie der Zaun oder die Mauer, an die es anschliesst; das wirkt ruhig und schliesst die Einfriedung ohne Lücke. Im Kanton Zürich spielt die Höhe auch für das Verfahren eine Rolle: Geschlossene Einfriedigungen sind bis 0,8 m bewilligungsfrei und bis 1,5 m im Anzeigeverfahren möglich. Was für das einzelne Tor gilt, sagt das Bauamt der Gemeinde.
Was ist der Unterschied zwischen einem Rolltor und einem Schiebetor?
Ein Schiebetor ist ein starres Torblatt, das als Ganzes seitlich verfahren wird, und steht meist frei in einer Einfriedung. Ein Rolltor besteht aus Lamellen, die sich nach oben auf eine Welle aufwickeln, und schliesst Öffnungen in Gebäuden wie Garagen oder Hallen. Für die Einfahrt zu einem Grundstück kommt deshalb das Schiebetor oder das Flügeltor in Frage.
Quellen
- Kanton Zürich – Bauverfahrensverordnung (BVV, LS 700.6), Fassung vom 1. Juli 2026: § 1 lit. e, §§ 13 und 14 lit. n, abgerufen am 30. September 2026
Zuletzt aktualisiert: